Das Ende der SARS-Epidemie ist in Sicht – was kommt danach?

Der „Lock-Down“ hält Deutschland nach wie vor im Griff – und zwar mit drastischen Folgen. Das ifo-Institut rechnet aus, dass jedes dritte Unternehmen die weitreichenden Ausgangs- und Geschäftsbeschränkungen nur drei Monate lang überleben wird. Ein Viertel wird im Zeitraum von vier bis sechs Monaten die Insolvenz ereilen. Das bedeutet: Eine Verlängerung des Lockdowns auf sechs Monate wird die Hälfte der deutschen Unternehmen ihre Existenz kosten.

Zu Recht ist daher der Ausstieg aus dem Lock-Down, sozusagen der „Lock-Up“, das derzeitige Thema Nummer eins in Deutschland. Nach den Angst-machenden Nachrichten seit Februar 2020 ruft das Thema Corona starke Emotionen hervor und spaltet die Gesellschaft. Die Politik darf ihre Entscheidungen nicht auf Ängsten gründen, sondern muss sie auf eine rationale Basis mit Daten und guten Argumenten stellen. –

Die Zahlen der Infektionen und Gesundungen vom 17. Mai 2020 sagen: Die Epidemie mit SARS-CoV-2 in Deutschland klingt ab, ist praktisch vorüber. Dieser Verlauf entspricht sehr wahrscheinlich dem natürlichen Verlauf einer Infektion mit einem der Viren, die im Winter regelmäßig die Atemwege der Menschen befallen. Der Lockdown ab 16. März 2020 scheint dabei nicht die entscheidende Rolle beim Abklingen der Infektionswelle gespielt zu haben.

Jetzt gezielten Lock-Up durchführen!

Inzwischen ist bekannt, dass junge Menschen in fast allen Fällen wenig von einer Infektion mit SARS-CoV-2 merken und kaum Symptome ausbilden. In der Konsequenz fordert die WerteUnion, umgehend die Schulen, Ausbildungsstätten und Universitäten wieder zu öffnen, um für diese große Gruppe von Menschen in Deutschland eine Immunisierung zuzulassen.

Für diese gesunde Gruppe ist der verordnete Mund-Nasen-Schutz jetzt sogar kontraproduktiv, da er die „Durchseuchung“ verhindert. Damit wird die Epidemie verlängert und die Gefahr einer „2. Welle“ ab November hervorgerufen, die so deutlich abgeschwächt würde, wenn bis dahin viele junge Menschen sich immunisiert hätten.

Deutschland kann so das Zeitfenster des Sommers mit hohen desinfizierenden UV-Licht-Werten, abwehrstärkenden Aktivitäten der Bürger an frischer Luft und höheren Temperaturen nutzen, um dies zu verhindern. Wir können nicht auf eine erhoffte sichere Impfung gegen das spezielle Virus SARS-CoV-2 in zwei oder mehr Jahren warten. Man bedenke: Auch nach etwa 100 Jahren Forschung gibt es noch keine hundertprozentige Impfung gegen die Influenza. Geschwindigkeit ist bei der Impfstoffentwicklung kein Trumpf, wie schwere Folgeerkrankungen nach der Schweinegrippeimpfung bei jungen Menschen zeigen.

Lokale Lösungen statt genereller Zwänge

Die Infektionslage in Deutschland ist von Land zu Land und Kreis zu Kreis unterschiedlich. Es gibt Kreise mit Null Infizierten, Städte und Kreise mit einzelnen Infizierten (nicht Erkrankten) und in der Spitze einzelne Kreise mit 53 Infizierten pro 100.000 Einwohnern, entsprechend dann einer Zahl der Infizierten von 0,5 Promille der Einwohner oder 1 von 2.000. Diese Infektionen entspringen meist speziellen Einrichtungen, die dann besonders untersucht und isoliert werden müssen.

Weiterhin geschützt werden sollten in diesen Situationen die Risikogruppen von Mitbürgern über 75 Jahren und/oder mit reduziertem Immunsystem sowie Immundefiziente nach Risikobewertung. Hier ist Eigenverantwortung der Kontaktpersonen gefordert. Dennoch sollten die pauschalen Isolierungsmaßnahmen für Altenheime aufgehoben werden, da diese die Menschenwürde der Betagten genauso wie deren Lebensqualität und Lebenswillen erheblich beeinträchtigen und das Nichterkennen von anderen Erkrankungen begünstigen.

Fakten zu SARS-CoV-2 in Deutschland

  • SARS-CoV-2 ist nicht das Killervirus, vor dem wir in Deutschland Angst hatten.
  • 80 % der Infizierten werden nicht nennenswert krank.
  • 20 % der Infizierten erkranken mit einer Grippe-ähnlichen Symptomatik, so dass 4 % der an Covid-19 Infizierten stationär behandelt werden müssen.
  • 0,5 % der Infizierten versterben mit einem Durchschnittsalter von etwa 80 Jahren. Dabei handelt es sich um Mitmenschen, die an der Grenze der Lebenserwartung in Deutschland sehr häufig mehrere Vorerkrankungen hatten. Wir sollten diese Menschen dabei nicht allein lassen, wie bisher geschehen.

  • Damit ist klar, dass SARS-CoV-2 eine Letalität vergleichbar der jährlichen Influenza-Grippe auslöst. Bisher ist die „Übersterblichkeit“ durch Covid-19 in der Statistik kaum ablesbar und um ein Vielfaches niedriger als die Übersterblichkeit von 25.000 Menschen während der Grippeepidemie 2017/2018.

Die Corona-Krise muss politisch aufgearbeitet werden

Angesichts der drastischen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft steht die Frage im Raum, wie angemessen die Maßnahmen waren. Folgende Schritte sollten jetzt erfolgen:

  • Die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert-Koch-Institut (KRINKO/RKI) repräsentieren nach § 23 Abs. 3 Infektionsschutzgesetz den Stand der medizinischen Wissenschaft in Deutschland. Diese Kommission und nicht einzelne Virologen und Präsidenten sollten die entscheidende und breit aufgestellte Beratungsinstitution für die deutsche Bundesregierung sein.

  • Hygieniker an der „Krankenhausfront“ aus der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene sollten RKI und die akademischen Institutionen mit praktischer täglicher Berufserfahrung ergänzen.

  • Zählweisen des RKI dürfen nicht – wie geschehen – mitten in einer Epidemie geändert werden, was die kritische Auswertung massiv erschwert und fragwürdig macht.

  • Regeln und Kennzahlen für künftige Epidemien sollten in „Friedenszeiten“ (=interpandemischen Phasen) definiert und beibehalten werden.

  • Vorsorge mit Schutzmaterialien und Desinfektionsmitteln sind als strategische Reserven ausreichend anzulegen (und nicht zu verschenken)

  • Produktion von essenziellen Medikamenten und Schutzmitteln sollte nach Deutschland und Europa zurückgeholt bzw. wiederaufgebaut werden.

  • Der Bundestag muss einen Untersuchungsausschuss einrichten, der die Fragen klärt, ob die Bundesregierung vom Robert Koch-Institut und ihren wissenschaftlichen Experten richtig beraten wurde und ob die Corona-Maßnahmen verhältnismäßig sind bzw. waren. Diesem Ausschuss müssen ausgewiesene, nicht in die Pandemiebekämpfung durch das RKI eingebundene Experten angehören.

Dieser Artikel wurde von Dr. Norbert Behnke, Prof. Dr. Dr. Hans Pistner und PD Dr. Andreas Schwarzkopf im Rahmen des AK Gesundheit der WerteUnion erstellt.