Weitere „Tafel“ mit Aufnahmestopp

von Simone Baum

 

Marl/Essen. Weil sie keine Berechtigungsausweise mehr an alleinstehende ausländische Männer vergibt, ist jetzt auch die Tafel in Marl mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert. Die WU-Landesvorsitzende Simone Baum verteidigt unterdessen das Handeln der Essener Tafel. „Dass Alte und Frauen einfach zur Seite geschoben werden, kann in einer zivilisierten Gesellschaft nicht hingenommen werden“, sagte Baum.

Medienberichten vom Donnerstag zufolge vergibt auch die Tafel in Marl keine Kundenkarten mehr an alleinstehende Ausländer. „Man habe sich durch die Vorgehensweise der Essener Tafel ermutigt gefühlt. Ähnlich wie bei der Essener Tafel hätten viele Migranten keinen Respekt vor anderen Bedürftigen und den Mitarbeitern, speziell den weiblichen“, berichtete der WDR. Ausländische Familien und Rentner werden aber auch weiterhin angenommen.

In anderen Berichten ist jedoch die Rede davon, dass alleinstehende ausländische Männer aus „Kapazitätsgründen“ keine Berechtigungsausweise für die Lebensmittelausgabe mehr bekommen. Das Problem sei nicht das Verhalten der Flüchtlinge, sondern dass nicht genug Ware da sei, wird die Vereinsvorsitzende Renate Kampe zitiert. Im Internet wurde gegenüber der Tafel in Marl sofort der Vorwurf des Rassismus erhoben.

„Sie haben Schwächere weggeschubst und weggedrängt“

Wegen ihrer Entscheidung, Neuanmeldungen vorläufig nur noch von Deutschen zu akzeptieren, sieht sich die Essener Tafel seit letzter Woche mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert. Begründet wurde die Entscheidung von Seiten der Essener Tafel damit, dass keine weitere Verdrängung von Älteren und Frauen gewollt sei. Seit der Flüchtlingskrise sei der Anteil ausländischer „Kunden“ auf drei Viertel gestiegen. Dabei sei es gegenüber Frauen und Älteren zu rücksichts- und respektlosem Verhalten gekommen, so seien etwa bei der Lebensmittelausgabe ältere Menschen einfach weggeschubst worden. Die Flüchtlinge hätten ein „Nehmer-Gen“ und es fehle an einer „Anstellkultur“, sagte Tafel-Chef Jörg Sartor dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

Die Landesvorsitzende der WerteUnion, Simone Baum, erinnerte unterdessen an den Hintergrund der Auseinandersetzungen. „Der Ärger hat damit begonnen, dass sich die jungen Männer nicht benehmen konnten. Sie haben Schwächere weggeschubst und weggedrängt“, sagte Baum unserer Redaktion. „Und dass Alte und Frauen einfach zur Seite geschoben werden, kann in einer zivilisierten Gesellschaft nicht hingenommen werden. Darauf musste reagiert werden.“ (ph)

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